Oder in unserem Fall: in einen Pinsel beißen.
Das Bild ist vor kurzem bei einem kollegialen Austausch zum Thema „Was, wenn ich scheitere?“ entstanden, über Erfolg, Zweifel und die Frage, was Gründen eigentlich mit uns macht. Und irgendwie beschreibt es erstaunlich gut, wie sich Gründen manchmal anfühlt.
Man hat eine Idee und denkt zuerst:
Klingt gut. Könnte funktionieren.
Und ein paar Minuten, Wochen oder Monate später fragt man sich:
Will das überhaupt irgendwer? Will ich das überhaupt? Bin ich dafür gemacht? Wo fängt man an? Wie erklärt man anderen, was man da eigentlich vorhat? Viele unserer Stipendiat*innen kennen diese Momente. Dieses gleichzeitige Gefühl aus Euphorie und Zweifel. Den Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen, und die Unsicherheit, ob daraus wirklich etwas werden kann.
Gerade kreative oder soziale Ideen starten selten mit einem perfekten Businessplan. Oft beginnen sie mit einem Gefühl, einer Beobachtung oder mit dem Gedanken: „Eigentlich müsste es dafür einen Raum geben.“
Die ahoj Aktionswoche zeigt deshalb nicht nur fertige Projekte. Sie zeigt auch Prozesse. Menschen, die ausprobieren, umdenken, neu anfangen und weitermachen.
Vom 18.–22. Mai öffnen unsere Stipendiat*innen ihre Projekte für die Stadt, mit Workshops, Gesprächen und Kunstaktionen zum Mitmachen. Nicht, weil schon alles fertig oder perfekt ist. Sondern weil genau dort etwas entsteht: im Ausprobieren, im Teilen von Ideen und im Austausch mit anderen.
Vielleicht ist genau das der wichtigste Teil beim Gründen: den eigenen Gedanken Raum zu geben, sie sichtbar zu machen und herauszufinden, was daraus werden kann.
Denn Gründen bedeutet nicht, keine Zweifel zu haben. Sondern trotz ihnen weiterzumachen, und manchmal eben auch in den Pinsel zu beißen!

