Inhalte der Förderung

Wir ermutigen junge Gründer*innen und Interessierte, ihre Potenziale in lokalen Görlitzer Gewässern zu entdecken. Dafür fördern wir im Rahmen unseres Stipendiums gemeinwohlorientierte Vorhaben. Die Förderung umfasst folgende Bestandteile:

Orientierung

Wir helfen unseren Stipendiat*innen die passende Route zu planen und unterstützen mit geeigneten Strukturen.

Begleitung

Wir sind für unsere Stipendiat*innen in der regelmäßigen Einzelbegleitung ein konstruktives Gegenüber.

Qualifizierung

Wir organisieren für unsere Stipendiat*innen passende und kostenfreie Workshops und Weiterbildungsangebote.

Austausch

Wir verstehen uns als ein sich gegenseitig unterstützendes Netzwerk, von dem unsere Stipendiat*innen profitieren und lernen können.

Raum

Wir bieten unseren Stipendiat*innen einen Arbeitsplatz, an dem sie jederzeit andocken und immer wieder zurückkehren können. Hier gibt es alles, was zu einem Büroalltag dazugehört. Co-Working, gemeinsames Essen zubereiten und entspannen gehört hier selbstverständlich auch dazu.

Stipendiat*innen

Franziska

Die heikle Lage unseres Erdsystems lässt mich schon lang nicht mehr in Ruhe. Mit meinem Stück Land in Biehain will ich ein Umfeld schaffen, um positiven Zukunftsvisionen Raum zu geben. Nach den Prinzipien der Permakultur möchte ich gemeinsam mit Interessierten einen Ort zum Austauschen, Lernen und Vernetzen gestalten. Aus dem Gemeinsam-Sein in der Natur schöpfen wir Kraft, Inspiration und das nötige Wissen, um eigene Ideen zu entwickeln, wie wir nachhaltig-er-leben können.

Felix

Zwischen Träumen und Handeln. Seit 2018 bin ich in Görlitz; habe studiert, gearbeitet, gelebt. Nach drei Jahren Projektleitung des Zukunftsvisionen-Festivals, vielen Gesprächen und Träumereien, arbeite ich nun an der Vision einen Ort zu schaffen, an dem es ganzjährig ein Angebot aus Atelier, Ausstellung und kreativen Austausch gibt. Und ich bin nicht allein! Gemeinsam mit anderen engagierten Träumer*innen konzipiere ich unter dem Arbeitstitel „Kunsthalle Görlitz“ das Vorhaben und halte die Augen offen für ein mögliches Objekt.

Oliver

Wie sieht Dein Glück aus? Mich erfüllt es sehr, Menschen auf ihrem Weg der Entfaltung und Heilung zu begleiten und in ihrer Transformation zu unterstützen. Im Kern meiner Arbeit als ‚Psychologischer Berater & Körpertherapeut’ steht die Bewusstseinsentwicklung, mit Fokus auf achtsamkeitsbasierter Traumatherapie und einer ganzheitlichen und nachhaltigen Betrachtung des Lebens. Meine Methoden sind vielfältig und ich schaue immer, was in dem gegebenen Moment gebraucht wird. Ich freue mich über jede*n, der*die Lust hat, mit mir zu praktizieren, zu lernen, zu heilen und zu wachsen.

Aimée

Ich bin in Kamerun geboren und seit 2019 in Görlitz. Meine Mission: Die Lebensbedingungen in Kamerun verbessern und einen internationalen Austausch erzeugen. Mit Hilfe einer Vereinsgründung möchte ich Bildungsreisen in beide Richtungen (Deutschland-Kamerun und Kamerun- Deutschland) ermöglichen und Kulturen verbinden. Deutsche Handwerker*innen reisen nach Kamerun und teilen ihr Fachwissen mit den Kameruner*innen. Darüber hinaus lernen sie die Rohstoffe Afrikas kennen. Im Gegenzug reisen kamerunische Handwerker*innen nach Deutschland und lernen deutsche Handwerkstraditionen kennen. Auf diese Weise können Vorurteile abgebaut und neues Wissen gewonnen werden.

Rosa & Raphael

Die Vision, sich selbst zu versorgen, auszuprobieren, gegenseitig auszutauschen, die Kinder dabei zu haben und einen Beitrag zu einer klimagerechteren Welt zu leisten, motiviert und begeistert uns, Raphael und Rosa.
Wir sind junge befreundete Eltern und setzen unsere Idee von einem gemeinschaftlich genutzten Feld, vom ahoj begleitet, um.

Wir möchten einen Ort schaffen, an dem verschiedenste Menschen zusammen-kommen, Gemüse für den ganzjährigen Bedarf angebaut wird und wir von der Natur sowie voneinander lernen können.

Alumni

Stipendiat*innen im Zeitraum 2020/2021

Jacqueline

Ich bin mit der Idee ins Stipendium gestartet, am Berzdorfer See einen Freiraum, eine Bühne, eine Plattform, einen Ort der Begegnung und der Musik, der Aktion und der Kunst, des Rückzugs und der Kultur für Auszeiten zu schaffen. Inspiriert von der Berliner Hausbootszene, die den schwindenden Freiräumen am Land begegnet, in dem sie das auf dem Wasser herrschende Jedermanns Recht nutzt, habe ich meine Vision entwickelt. Ich möchte ein Floß am See etablieren, das man mieten kann. Ich habe am Stipendium teilgenommen, weil ich mit meiner Idee nicht mehr allein bleiben wollte. Im ahoj-Stipendium konnte ich durch die Gemeinschaft Kraft für die Umsetzung meiner Idee gewinnen. Gleichzeitig habe ich aber auch erkannt, welche Bereiche ich in der Projektentwicklung/ -umsetzung gern abgeben würde. Die Konkretisierung des eigenen Ziels hat mir geholfen, nun besser mit Kooperationspartner*innen und Interessierten sprechen zu können.

Steve

Ich habe im ahoj angeheuert, da mir die Präsenz und Wertschätzung für die Kreativszene in öffentlichen Debatten zu kurz kommen. Obwohl diese sich oft jahrelang mit voller Hingabe für Görlitz einsetzen, fallen sie oft unter den Radar der hiesigen Stadtgesellschaft. Ich möchte genau das ändern und lokalen Engagierten eine gemeinsame Bühne bauen, damit diese mehr Beachtung für ihre Anliegen und Angebote finden. Als ich mit dem Stipendium im ahoj begann, dachte ich vom Ende her, von einem großen und etablierten Ding. Das ahoj hat mich mit Workshops und Begleitgesprächen aus diesem manchmal etwas erschlagendem Denken geholt und ins Handeln gebracht. Aus der Idee eines klassischen Stadtmagazins wurde parallel dazu ein spielerisches Format, ein Stadtmagazin als Wundertüte: Die „wilde“ Göre. Stipendiat gewesen zu sein gibt mir Selbstbewusstsein. Das Projekt wurde im ahoj schon von anderen für gut befunden.

Raffael

Kein Mensch ist frei von Stereotypen und Vorurteilen. Muss ein Mensch frei davon sein? – Nein! Wichtig ist es allerdings, diese Prozesse zu erkennen und reflektieren zu können bzw. zu realisieren, wann Stereotype und Vorurteile zu Diskriminierung führen und somit zu einer realen Gefahr für die Betroffenen werden. Zu diesem Thema habe ich einen interaktiven Workshop entwickelt, den ich im Rahmen des Stipendiums im ahoj weiterentwickelt habe. Ich habe die Zeit im ahoj genutzt, um den Workshop für eine möglichst breite Zielgruppe zugänglich zu machen und an diese heranzutreten. Ich habe gelernt, was es bedeutet, selbstständiger Arbeit nachzugehen und was ich alles dafür brauche, um mit einer eigenen Idee den Lebensunterhalt zu bestreiten. Insbesondere die Workshops zu den Steuern und zur Zielgruppenanalyse haben mir Mut gemacht und gezeigt: Ich kann eigentlich einfach loslegen.

Heidi

Als Künstlerin bin ich im März 2020 in Görlitz angekommen, um hier eigene Projekte wachsen zu lassen, Freiräume zu nutzen und neue Verbindungen zu schaffen. Ich habe am Stipendium teilgenommen, um als selbstständige Künstlerin mit meinen Projekten in Görlitz anzukommen und Netzwerke zu knüpfen. Das ahoj war für mich ein Anker und hat mich in meiner Entscheidung in Görlitz zu sein, bestärkt. Ich konnte Kontakte, Austausch und Ansatzpunkte in der Stadt finden, die mir, auf mich allein gestellt, verschlossen geblieben wären. Viele Ideen und Kooperationen sind entstanden, u.a. mit dem Ideenfluß e.V. und mit der vhs. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Workshop zum Effectuation-Ansatz: Arbeite mit dem, was du hast. Bei den eigenen Möglichkeiten anzusetzen war für mich, besonders in Hinblick auf die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, eine wichtige Erkenntnis.

Otto & Andi

Görliwood ist in aller Munde und wird öffentlichkeitswirksam über die Görlitzer Grenzen hinweg als Marke verwertet. Trotzdem ist es Kameramännern und Kamerafrauen und Mediengestalter*innen kaum möglich, sich in ihrer Selbstständigkeit über Aufträge in der Region zu tragen. Um Kräfte zu bündeln und sichtbarer zu werden, wollen wir ein offenes Medienkollektiv gründen. Während des ahoj-Stipendiums wollten wir herausfinden, welche Rechts- und Organisationsformen für unser Medien-kollektiv infrage kommen. Zudem wollten wir Verbündete gewinnen, mögliche Aufgaben-bereiche ausfindig machen, analysieren und verteilen. Für uns war der Vorstellungsabend mit dem „ehrliche Arbeit – freies Kulturbüro“ aus Berlin besonders inspirierend. Er hat uns gezeigt, wie sich ein loses Kollektiv über das Machen findet und sich dann über die Zeit verfestigt und professionalisiert. Statt lange über das Wie und Wann nachzudenken, nehmen Andi und ich nun auch einfach gemeinsam Aufträge an und versuchen über das Tun weitere Partner*innen zu finden. Unser im ahoj entwickeltes Business Model Canvas gibt uns Struktur und Überblick. Wir werden stetig daran weiterbasteln und können jetzt offen und ohne Hemmnisse über unsere Idee mit Anderen sprechen.

Stipendiat*innen im Zeitraum 2019/2020

Jessy James LaFleur

Angeprangert! SpokenWord ist eine innovative Jugend- und Literaturinitative. Diese habe ich begründet, um die Welt durch die Magie des gesprochenen Wortes ein bisschen besser zu machen. Das Projekt weiter zu professionalisieren, war mein Ziel im Stipendium. Während des Gründungsstipendiums habe ich meine Kollegen Nils Matzka und Max Golenz mit ins Boot geholt. Zu dritt entwickelten wir ein Workshopkonzept und literarische Projekte. Die Zeit im ahoj haben wir genutzt, um uns auf Fördermittel und Preisgelder für unsere Formate zu bewerben, unsere Webseite zu erweitern, das Netzwerkangebot auszubauen und neue Partner*innen für Bereiche wie „Social Media“ und „Booking“ zu gewinnen. Das ahoj-Stipendium hat unsere Arbeit vor allem durch Workshops zu Themen wie „Steuern“ und „Gründen“ erleichtert und dabei geholfen, uns professioneller aufzustellen.

Dan

Ich bin mit der Idee gestartet, kommunale Entscheidungsprozesse in dieser Stadt, sowie Partizipationsspielräume der Stadtgestaltung in Form eines interaktiven Planspiels nachvollziehbar zu machen. Dieses soll Jugendliche für Beteiligung und demokratischen Diskurs begeistern und sie ihre Selbstwirksamkeit spüren lassen. Unterstützung bot mir das ahoj durch ein Bündel aus drei wesentlichen Dingen: 1. Ich erhielt einen Raum bzw. einen Arbeitsplatz mit technischer Ausstattung (Drucker, WLAN, Büromaterial). 2. Ich erhielt ein Angebot aus Workshops und Inputs zum Thema Selbstständigkeit, sowie die Vermittlung von Förderprogrammen. 3. Der fachliche Austausch zu den jeweiligen Bedarfen und das private Miteinander innerhalb der Ladengemeinschaft haben mich inspiriert.

Franziska & Yasmin

Der Filmklub von der Rolle 94 e.V. und das dazugehörige CamilloKino sind eine soziokulturelle Initiative mit dem Bildungsauftrag, regionale, junge und unabhängige (Film-)Kunst zu stärken und sich für eine vielfältige Gesellschaft einzusetzen. Seit Jahrzehnten wird das Camillo größtenteils ehrenamtlich betreut. Wir, Yasmin und Franziska, sind im ahoj-Stipendium mit dem Ziel angetreten, die Organisationsstruktur des Camillos zu professionalisieren und bezahlte Arbeitsstellen zu schaffen. Das ahoj-Team hat uns 10 Monate lang zur Seite gestanden, viele Fragen gestellt und uns darin geschult, Ideen aufs Papier zu bringen bzw. zu konkretisieren. Wer hätte gedacht, dass unsers Projektbausteine in die Kästchen eines Business Model Canvas passen? Wir haben durch die Zusammenarbeit mit dem ahoj erfahren, wo wir persönlich hinwollen, was die Grenzen unserer (ehrenamtlichen) Arbeit sind und welche Projektbausteine wir auslagern bzw. abgeben müssen.

feministisches*forum

Als feministisches*forum sind wir seit 2016 in Görlitz aktiv, um feministisch-emanzipatorische Praxis für den Privatbereich und die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir organisieren verschiedene Workshopformate, beispielsweise zu Themen rund um intersektionalen Feminismus, Weiblichkeits*anforderungen und queere Lebensvielfalt. Durch das Stipendium und unseren Platz im Laden sind wir als Initiative sichtbarer und präsenter geworden. Regelmäßige Beratungen haben uns geholfen, uns zu professionalisieren (z.B. beim Thema Öffentlichkeitsarbeit) und haben uns unsere Organisationsstrukturen verdeutlicht. Als besonders wertvoll haben wir das Miteinander empfunden: Gegenseitige Impulse haben unsere Arbeit bereichert, Kompetenzen konnten ausgetauscht und geteilt werden und wir konnten unsere enge und gute Zusammenarbeit mit dem CamilloKino vertiefen. Die Arbeit in einem gemeinsamen Büro und die unkomplizierte Verfügbarkeit eines Veranstaltungsraums hat uns sehr gefallen und inspiriert, sodass wir nach dem Stipendium in eigene Räumlichkeiten gezogen sind und die Flint*erie eröffnet haben.

Jury

Sandy Marschke

Ich bin Sandy, studierte Geografin, Ehefrau und Mutter von 3 Kindern. Ich habe in Ingenieurbüros, im Naturschutz und der Landschaftspflege gearbeitet. Seit 2008 arbeite ich im Landratsamt Görlitz und widme mich vielfältigen Aufgaben, u.a. in den Bereichen Raumordnung, regionale Wertschöpfung, Mobilität und Nachhaltigkeit. Mir liegt es am Herzen, mich mit Anderen auszutauschen und gemeinsam Wege für ein gutes Zusammenleben zu finden, sei es in Bezug auf regionale Wertschöpfungsketten (Du hast die Wahl, kauf lokal) oder das gleichberechtigte, inklusive Zusammenleben im Landkreis Görlitz (als Mitglied im Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie).

Als Jurymitglied unterstütze ich das ahoj und bin begeistert von den Ideen und den Tatendrang der Menschen, die ich dort treffe. Meine Netzwerke stelle ich gern zur Verfügung, um Ideengeber*innen zusammenzubringen und Synergien herzustellen.

Gerhard Zschau

Ich bin Gerhard: Fischer, Bibliothekar, Demokratiepädagoge & Inhaber von „LABA“. Unter dem Fashionlabel werden seit 2016 Kleidungsstücke und Accessoires produziert, die sich hauptsächlich mit der Oberlausitz und ihren kulturellen Besonderheiten auseinandersetzen. Dabei werden verschiedene Künstler*innen der Region und darüber hinaus in die Gestaltungs- und Produktionsprozesse eingebunden. Mir ist wichtig, dass die LABA-Waren nicht unter sklavenähnlichen Bedingungen hergestellt werden. Ich achte deswegen auf Zertifizierungen zum fairen Handel sowie auf die Nutzung von regionalen Rohstoffen und Herstellungsverfahren (»Made in the Oberlausitz«). Zudem spende ich einen Teil meines Umsatzes an verschiedene Vereine aus der Lausitz und Anderswo.

Das Ahoj unterstütze ich seit 2020 als Jury-Mitglied, weil das Ahoj ein toller Ort zum Ankommen ist, zum Ausprobieren, zum Diskutieren, zum Scheitern, zum Aufstehen – eben ein guter Raum zum Gründen.

Doris Bach

Ich bin Doris, 1970 geboren und Mutter von 9 gemeinsamen Kindern mit meinem Mann Michael Bach. Ich habe den demeter-„Eichenhof“ in der Lausitz, die demeter-Bäckerei „Görlitzer Brotschmiede“ und den Laden „Bio im Bahnhof“ in Görlitz gegründet und bin Gründungsvorstand und langjährige Geschäftsführerin der Freien Waldorfschule in Görlitz. Ich engagiere mich als Politikerin und trete für eine Gesellschaftsevolution ohne Parteiwesen unter den Begriffen „Moral-Gewissen-Recht“ an.

Für das Ahoj bin ich tätig, um zu lernen: Wir benötigen als Gesellschaft ein transformiertes Bewusstsein für gemeinwohlorientierte unternehmerische Akteur*innen. Die Bedürfnisse und Bedarfe dieser Menschen in solchen Gründungslaboren wie dem ahoj, reflektieren unmittelbar System-notwendigkeiten. Das Wissen darum befähigt Gesellschaft sich (Rechts-)Formen zu geben, die ein gesamtgesellschaftliches kulturelles Weiterentwickeln ermöglichen.