• Willkommen im Club und: Leerstand ist nicht nur eine Raumfrage

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    Willkommen im Club und: Leerstand ist nicht nur eine Raumfrage

    Wenn über Leerstand gesprochen wird, geht es schnell um Quadratmeter, Eigentümer*innen, Mieten und Sanierungskosten. Doch ist der fehlende Raum überhaupt das eigentliche Problem?

    Im Rahmen von „Willkommen im Club“ haben wir gemeinsam mit Erstsemester-Studierenden des Masterstudiengangs Kultur- und Transformationsmanagement, Gründerinnen, Unternehmerinnen und Interessierten genauer hingeschaut. Ausgangspunkt war das Kühlhaus Görlitz – ein Ort, an dem sich ziemlich gut beobachten lässt, wie aus Leerstand über Jahre ein funktionierender Ort entstehen kann.

    Dabei wurde vor allem eines deutlich: Leerstand zu beleben heißt nicht einfach, einen Raum mit einer Idee zu füllen. Es braucht Menschen, tragfähige Modelle, Vertrauen – und ziemlich viel Ausdauer.

    1. Eigenleistung ist der Schlüssel

    Am Kühlhaus wird sichtbar, wie viel durch Eigeninitiative möglich ist. Gleichzeitig steckt hinter solchen Orten eine enorme Menge unsichtbarer Arbeit: Beräumung, Grunderschließung, Genehmigungen, Organisation und unzählige Arbeitsstunden.

    Irgendwann stellt sich deshalb für fast jedes selbstorganisierte Projekt die Frage: Bis wohin trägt Eigenleistung – und ab wann braucht es professionelle Strukturen, Support und Personal?

    2. Vertrauen ist einer der Schlüssel

    Räume zu entwickeln heißt auch, Vertrauen aufzubauen: bei Eigentümerinnen, Verwaltung, Nachbarschaft und Partnerinnen. Das funktioniert selten über ein gutes Konzept allein. Es Bedarf Handlung, Bereitschaft und Transparenz.

    Gerade Projekte, für die es noch keine Schublade gibt, müssen häufig erst beweisen, dass sie funktionieren können.

    3. Nicht jede gute Idee ist ein tragfähiges Geschäftsmodell

    Am zweiten Tag führte uns die Diskussion deshalb zu einer anderen Frage: Gibt es in Görlitz zu viel Leerstand – oder zu wenige Modelle, die diese Räume dauerhaft tragen können?

    Ein Café, ein Blumenladen oder eine Werkstatt allein funktionieren vielleicht nicht. Spannend wird es dort, wo Nutzungen zusammengedacht werden: Blumenladen und Café. Nähwerkstatt und Treffpunkt. Produktion, Verkauf und Veranstaltungen an einem Ort.

    Aus mehreren kleinen Angeboten kann ein tragfähigeres Ganzes entstehen.

    4. Vielleicht müssen wir weniger in einzelnen Ideen denken

    Ein Beispiel dafür ist die Hamburger Meistermeile: Dort arbeiten unterschiedliche Handwerksbetriebe an einem gemeinsamen Standort und teilen Infrastruktur, Sichtbarkeit und kurze Wege.

    Für Görlitz ist nicht das konkrete Modell entscheidend, sondern der Gedanke dahinter: Was passiert, wenn wir Leerstand nicht Laden für Laden betrachten, sondern Orte danach entwickeln, welche Nutzungen sich gegenseitig stärken können?

    Leerstand ist nicht nur eine Immobilienfrage.

    Es geht um Bedarfe. Um Menschen, die etwas ausprobieren wollen. Um Geschäftsmodelle, die wirtschaftlich funktionieren. Um Kooperationen und darum, welche Strukturen entstehen müssen, damit aus einer guten Idee langfristig ein guter Ort werden kann.

    Förderleiste Kulturhanse und BMWE

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